Gil Ofarim: Überraschende Wende im Ofarim-Fall Geständnis vor Gericht

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Leipzig, Dienstag: Gil Ofarim (41) gibt zu, im Antisemitismus-Fall gelogen zu haben

Leipzig. Überraschung beim Prozess gegen Gil Ofarim (41): Der Musiker hat am Dienstag in Leipzig gestanden, im angeblichen Antisemitismus-Fall gelogen zu haben. Das Verfahren wurde gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro zugunsten der Israelitischen Relegionsgemeinde in Leipzig und des Trägervereins des Hauses der Wannseekonferenz eingestellt.

„Die Vorwürfe treffen zu“, sagte der Musiker am Dienstag vor dem Landgericht. Zu dem Hotelmanager, der als Nebenkläger auftritt, sagte er: „Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.“ Warum er damals gelogen hat, blieb offen. Dazu machte er in seiner kurzen Aussage keinen Angaben.

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Ofarim-Prozess eingestellt, Ruf des Hotel-Managers wiederhergestellt

Ofarim hatte im Oktober 2021 in einem Video Antisemitismus-Vorwürfe gegen ein Leipziger Hotel erhoben. Das Video verbreitete sich stark in den sozialen Netzwerken. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Leipzig hatte sich der Vorfall aber nicht so zugetragen. Nach umfangreichen Ermittlungen folgte eine Anklage gegen Ofarim. Das Verfahren gegen den Hotel-Mitarbeiter wurde eingestellt. Das Video habe er nun gelöscht, sagte Ofarim am Dienstag vor Gericht. Hotelmanager Markus W. (35) nahm die Entschuldigung an.

„Die Kammer ist davon überzeugt, dass das heutige Geständnis des Angeklagten der Wahrheit entspricht“, sagte der Vorsitzende Richter, Andreas Stadler. Der Angeklagte und der Nebenkläger hätten sich geeinigt, der Weg der Schadenswiedergutmachung wurde eingeschlagen und die Verbindlichkeit des Rechts gewährleistet. Der gute Ruf des Hotelmanagers, der als auch als Nebenkläger auftrat, sei wieder hergestellt. Ofarim zahlt demnach neben den vom Gericht verhängten 10.000 Euro eine weitere Summe an den Hotelangestellten als Schadensersatz. Über die Höhe wurde zunächst nichts bekannt. Gericht, Anklage und Verteidigung hatten bereits vor rund zwei Wochen in einem Rechtsgespräch ein schnelles Verfahrensende ausgelotet, waren damals aber noch zu keiner Einigung gelangt.

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Zeugenaussagen von Biedermann und Meyle geplant

Ursprünglich waren für Dienstag die Zeugenaussagen der Musiker Jeanette Biedermann (43) und Gregor Meyle (45) geplant – diese wurden aber kurzfristig abbestellt. Der Grund: Ofarims Verteidiger hatten Ende voriger Woche eine Einlassung ihres Mandanten angekündigt.

Beide hatten jene TV-Show moderiert, zu deren Aufzeichnung Ofarim am 4. Oktober 2021 in Leipzig war. Dann soll sich der antisemitische Vorfall im Hotel „The Westin“ ereignet haben. In einem Instagram-Video sagte Ofarim später, jemand habe beim Einchecken aus einer Ecke der Hotelhalle gerufen: „Pack’ dein’ Stern ein.“ Dann soll Frontoffice-Manager Markus W. (35) zu ihm gesagt haben: „Packen Sie Ihren Stern ein.“ Wenn er ihn einpacke, dürfe er einchecken.

Meyle und Biedermann sollen sich mit Mitgliedern der Band an jenem Abend nach dem Vorfall im „Westin“ bei Ofarim gemeldet und später im Leipziger Steigenberger-Hotel mit ihm getroffen haben. Jedenfalls hatte sich Ofarim ausdrücklich bei Biedermann, Meyle und den anderen Musikerkollegen per Instagram für deren Hilfe bedankt.

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